Wärmeanwendungen

Wärme wird schon seit Jahrtausenden zur Behandlung verschiedenster Beschwerden eingesetzt.
Selbst Tiere nützen Wärme zur Linderung unterschiedlichster Beschwerden. Sie gebrauchen – genauso wie der Mensch - Wärme instinktiv, um gesundheitliche Vorteile zu erlangen.

Dass Wärme die Gesundheit fördern und diverse Leiden lindern kann, wussten praktisch alle Kulturen aller Zeiten und entwickelten daher zahllose Methoden, um dem Körper an bestimmten Stellen oder als Ganzes Wärme zuzuführen. Ob indianische Schwitzhütte, römisches Bad oder hawaiianische Hot-Stone-Massage: Wärmeanwendungen dienten dazu, das Gewebe zu lockern, Schmerzen zu lindern und den Körper zu reinigen.

Diese wohltuenden Effekte lassen sich durch ein Prinzip erklären: Man führt dem Körper Wärme zu, nutzt dessen komplexe Wärmeregulation und profitiert von den verschiedenen Effekten, die dadurch und durch eine Temperaturerhöhung im Gewebe ausgelöst werden. Damit lassen sich viele Beschwerden und Krankheiten lindern.

Welche Effekte hat Wärme?

  • Über Reflexe kommt es zur Entspannung der Muskulatur und zur Schmerzlinderung. Die Durchblutung (Wärmetransport erfolgt über das Blut) wird erhöht.
  • Ein Wechsel zwischen Warm- und Kaltreizen führt über Hautreflexe zur Stimulation von Organen.
  • Die notwendige Blutumverteilung zur Wärmeregulation trainiert das Gefäß- und Herzkreislaufsystem
  • Eine Temperaturerhöhung im Gewebe steigert den Stoffwechsel und den Perfusionsdruck (Durchsaftung). Die Gewebeversorgung wird verbessert und das Immunsystem gestärkt.
  • Effekte auf die Psyche: Wärme und Licht wirken unmittelbar auf die Psyche, Entspannung und Schmerzlinderung werden unterstützt.

Arten der Wärmeanwendung

Wärmeanwendungen können lokal, also auf bestimmte Körperteile beschränkt, über ein Heizkissen, eine Wärmflasche, Schlammpackungen oder mit einer Infrarotlampe durchgeführt werden. Daneben kommen verschiedene Ganzkörperanwendungen wie z.B. Vollbad, Sauna, Dampfbad herkömmliche Infrarotkabine, Niedertemperatur-Infrarotkabine oder die WAON-Therapie zum Einsatz.

Ganzkörperwärmeanwendungen können grob vereinfachend zwei unterschiedliche Wärmeregulationsreaktionen auslösen. Im Fall der Reizanwendungen versucht der Körper, die Wärmeaufnahme zu blockieren. Im Fall von Durchwärmungsanwendungen wird der Wärmezustrom zugelassen. Um die verschiedenen Anwendungen zuordnen zu können, muss man die Wärmeregulationsmechanismen in Grundzügen kennen.