Erkältung, grippaler Infekt oder Grippe

Bei der "Erkältung" (grippaler Infekt) handelt es sich um eine Infektion der oberen Atemwege (Nase, Nebenhöhlen, Hals und Bronchien). Zu den üblichen Anfangssymptomen zählen eine laufende Nase, Nies- und Hustenreiz sowie Kopfschmerzen. Oft kommen jedoch Beschwerden hinzu, die einer leichten Grippe ähneln. Verursacher des "grippalen Infektes" sind meist Rhinoviren, die der Gruppe der Picorna-Viren angehören. Die Inkubationszeit ist mit 1-4 Tagen relativ kurz. Die Gruppe der Rhinoviren umfasst mehr als 100 Arten, die sich zudem schnell verändern können. Eine Impfung ist nicht möglich, es entsteht auch keine natürliche Immunität nach einer durchgemachten Infektion.

Der typische Schnupfen mit einem klaren, weißlichen Sekret ist nicht einem schlechten Immunsystems geschuldet. Im Gegenteil, die laufende Nase ist eine Abwehrmaßnahme. Erst wenn in dieser Situation Bakterien Ihre Chance wahrnehmen können (Superinfektion) und der Ausfluss gelblich oder grünlich wird kann das ein Hinweis auf eine beeinträchtigte Abwehrlage sein.

Den "grippalen Infekt" darf man nicht mit der Influenza, der "echten Grippe" verwechseln. Diese Infektionskrankheit wird durch Grippeviren ausgelöst, die in die Obergruppen (A und B) und Subtypen (H und N Typisierung) unterteilt werden. Die Inkubationszeit ist mit wenigen Stunden bis Tagen sehr kurz. Eine Impfung geben die "echte Grippe" ist möglich.

Die Symptome der Influenza sind sehr viel ausgeprägter als bei einer Erkältung. Typischerweise beginnt die Erkrankung mit Fieber, trockenem Husten, Glieder- und Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Bei schweren Formen können Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen noch hinzukommen. Eine echte Grippe kann sehr schwere Verläufe haben. Vor allem älteren oder geschwächten Menschen ist die Grippeschutzimpfung zu empfehlen. Da auch die Grippeviren sehr wandlungsfähig sind, ist hier aber eine jährliche Auffrischimpfung notwendig. Die Impfstoffe werden immer saisonal aktuell erstellt.

Wer ist betroffen?

Betroffen kann jeder sein und es gibt eine Reihe von Faktoren, wie z.B. mangelnder Schlaf, Stress, Rauchen und Ernährung, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Vor allem nasskaltes Klima erhöht die Anfälligkeit. Die eingeatmete Luft verengt die Blutgefäße in den Schleimhäuten von Mund und Nase. Dadurch wird die lokale Abwehr beeinträchtigt und die Viren können leichter in den Organismus eindringen. Die Rhinoviren beschränken sich auf die oberen Atemwege und erzeugen keine generalisierte Infektion. Ein "grippaler Infekt", ist daher typischerweise ungefährlich und lässt sich in der Regel mit viel Ruhe und Hausmitteln innerhalb einer Woche auskurieren. Treten allerdings Komplikationen auf, wie z.B. eine Superinfektion mit Bakterien, hohes Fieber oder eine akute Bronchitis, sollte man den Arzt aufsuchen.

Prävention

Der Hauptübertragungsweg von Infektionskrankheiten ist nicht die Tröpfcheninfektion, sondern die Schmierinfektion. Da man sich mehrmals in der Minute unwillkürlich ins Gesicht fasst, ist die Übertragung durch die Hände besonders effektiv. Die Rhinoviren sind zudem relativ resistent gegen Umwelteinflüsse und können auf Oberflächen je nach Umweltbedingungen Stunden bis Tage infektiös bleiben. Der Hygiene kommt in der Prävention also eine große Bedeutung zu. Gesunde wie Erkrankte sollten sich häufig die Hände waschen, bzw. desinfizieren. Menschenansammlungen sollte man in der "kritischen Zeit" nach Möglichkeit meiden.

Ausreichend Schlaf, Stressabbau, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, mineral- und vitaminreiche Ernährung helfen dem Immunsystem fit zu bleiben. Ggf. kann man kurzzeitig hochdosierte Vitaminkombinationspräparate einnehmen. Wichtig sind hier vor allem Vitamin C und D sowie die Mineralien Selen und Zink.

Regelmäßige Durchwärmungsanwendungen können die Abwehrlage der Schleimhäute stärken. Ferner sollte man dafür sorgen, dass Kopf und Füße warm bleiben. Kühlen Kopf oder Füße aus, wird die Schleimhautdurchblutung in den oberen Luftwegen über einen Reflex deutlich reduziert, was die lokale Abwehrklage schwächt.
Die Infrarotkabine bietet eine angenehme Art der Durchwärmungsanwendung.

Therapie

Wichtig sind Ruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Vermeidung von körperlichen Anstrengungen. Eine spezifische Therapie gegen die Rhinoviren gibt es nicht. Entsprechend der Symptome und deren Schwere können aber Medikamente zur Linderung der Beschwerden verabreicht werden. Nasensprays zur Schleimhautabschwellung sollte man mit Zurückhaltung und nur kurzzeitig einsetzen. Fieber bis 38,5°C sollte, sofern es gut vertragen wird und keine Komplikationen eingetreten sind, nicht unbedingt durch Medikamente gesenkt werden. Wadenwickel können ausreichen. Hier sollte man aber ggf. den Arzt zu Rate ziehen. Z.B. dürfen Kinder unter 12 Jahren keine Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) einnehmen.

Was kann man selbst tun?

Zur Stärkung der Abwehrkräfte können neben Vitaminen (v.a. A, D, C) und Mineralien (v.a. Zink, Selen) verschiedene Pflanzenwirkstoffe (Phytotherapie) unterstützend helfen. Entsprechende Kombinationen, auch z.B. zur Schleimlösung und Hustenreizlinderung sind in der Apotheke erhältlich.

Es bieten sich ferner Teezubereitungen mit z.B. Holunderblüten, Sanddorn, Lindenblüten, Brombeerblätter, Thymiankraut und Hagebuttenschalen an, die man ggf. mit Honig süßt. Auch Inhalationen mit Sole oder Kamille sind hilfreich.

Auch die Wirksamkeit eines alten Hausmittels ist durch Studien belegt: Hühnerbrühe, gewürzt mit Ingwer, Zitronengras und Knoblauch. Das Freihalten der Atemwege kann man durch Salben mit ätherischen Ölen unterstützen. Eine direkte Inhalation ätherischer Öle sollte man aber auf 10 Minuten beschränken. Im Schlafzimmer ist eine Temperatur von 16-18° C bei einer Luftfeuchte von 40-50% und mehrmaligem kurzen Lüften sinnvoll. Trockene Luft, Rauch und Kältereize sollte man meiden.

Durchwärmungsanwendungen

Durch die regelmäßige Anwendung von Durchwärmungsanwendungen können die Durchblutung und Versorgung der Schleimhäute verbessert werden. Dies führt unter anderem dazu, dass deutlich mehr Abwehrstoffe (Defensine, Immunzellen) zur Verfügung stehen. Das Erkrankungsrisiko kann damit reduziert werden. Auch eine beginnende Erkältung kann u.U. kupiert werden. Vor allem Durchwärmungsanwendungen sind wenig belastend für das Herzkreislaufsystem. Wenn man aber bereits Fieber (über 38°C) hat, sollte man auf eine Anwendung verzichten.