Bronchitis akut

Unter einer akuten Bronchitis versteht man eine Entzündung von Luftröhre, Bronchien und kleineren Verzweigungen (Bronchiolen). Sie tritt meist in Folge banaler Erkältungen oder grippaler Infekte der oberen Luftwege (Nase, Mund, Rachen) auf, wenn sich die auslösenden Erreger weiter ausbreiten. Aber auch andere Infektionskrankheiten können von einer akuten Bronchitis begleitet sein. Durch Entzündungszellen und Schleim werden die Atemwege eingeengt und die Flimmerepithelien geschädigt.

Ursachen für eine akute Bronchitis

Auslöser von Infektionen der oberen Luftwege sind überwiegend Viren. Breiten sich diese „nach unten“ aus, werden auch die Bronchien in Mitleidenschaft gezogen. Durch die entzündliche Schädigung der Schleimhaut werden „Super- bzw. Sekundärinfektionen“ mit Bakterien begünstigt. Seltener sind direkte bakterielle Infektionen, Chlamydien, Toxoplasmose oder Pilze. Als begünstigender oder auslösender Faktor gewinnt die Luftverschmutzung am Wohnort oder Arbeitsplatz zunehmend an Bedeutung.

Wer ist betroffen?

Akute Infektionen der oberen Atemwege (mit Nase, Mund und Rachen) sind die häufigsten Erkrankungen. Erwachsene erkranken im Durchschnitt zweimal jährlich. Da nasskaltes Wetter die lokale Abwehr der Schleimhäute behindert (kalte Füße, kalter Kopf) findet sich die Erkrankungshäufung, auch bedingt durch unangemessene Kleidung in der Übergangszeit (Herbst und Frühling). Kinder, ältere Personen und Menschen mit Abwehrschwächen sind häufiger betroffen. 

Beschwerden

Eine akute Bronchitis geht meist mit einem quälenden, oft schmerzhaften Hustenreiz und verstärkten Atemgeräuschen einher. Nicht selten treten Schmerzen im Brustbeinbereich auf. Ein allgemeines Krankheitsgefühl, Mattigkeit, Kopfschmerzen und Fieber können hinzukommen. Liegt eine virale Entzündung vor, ist der Auswurf schleimig-weißlich, wohingegen gelblich-grünliches Sekret auf eine bakterielle Superinfektion hinweist. Selten sind auch Blutbeimengungen sichtbar. Durch die Schädigung des Reinigungssystems der Bronchien kann ein leichter Hustenreiz auch einige Zeit nach der Erkrankung noch anhalten. 

Therapie

Da es bis auf wenige Ausnahmen gegen Viren keine Medikamente gibt, ist die Therapie zunächst rein symptomatisch ausgerichtet. Vor allem bei trockenem Reizhusten werden hustenstillende Medikamente verabreicht. Schleimlösende Medikamente können das „Abhusten“ unterstützen. Liegt eine Infektion mit Bakterien vor, muss an die Einnahme von Antibiotika gedacht werden. Bei hohem Fieber oder schwerem, allgemeinen Krankheitsgefühl sind unter Umständen fiebersenkende Medikamente sinnvoll. Wird die Bronchitis durch eine Spastik (Atemnot) kompliziert, sind kurzeitig Medikamente notwendig, welche die Bronchien erweitern. Der Arzt entscheidet, welche Therapie jeweils angezeigt ist.

Was kann man selbst tun?

Es ist wichtig weitere Reizungen der Atemwege (kalte Luft, Rauch, Feinstaub, Abgase etc.) zu meiden. Man sollte sich in jedem Fall schonen und auf körperliche Anstrengung verzichten. Viel Flüssigkeit unterstützt die Schleimlösung. Tagsüber sollte man auf hustenstillende Medikamente verzichten, um das „Abhusten“ zu unterstützen. Bei trockenem Reizhusten oder nachts kann man die Einnahme überlegen. Hilfreich sind Brustwickel, Inhalationen mit einer Salzlösung und Wärme.

Prävention

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und eine regelmäßige sportliche Betätigung stärken das Immunsystem. Bereiche mit hoher Luftschadstoffbelastung sollte man so weit wie möglich meiden. Die Raumluft sollte nicht zu trocken sein – als ideal gelten 40-60% relative Luftfeuchtigkeit. In der „Erkältungszeit ist häufiges Händewaschen wichtig, denn die meisten Infektionen werden über die Hände übertragen. Impfungen gegen Grippe oder bestimmte Bakterien schützen nicht vor banalen Erkältungen. Sie sind aber für Menschen mit Vorerkrankungen oder Senioren durchaus zu empfehlen.

Alternativ 

Hochdosiertes Vitamin C und Zink unterstützen das Immunsystem. Vitamin A hilft bei der Regeneration der Schleimhaut. In der Apotheke sind verschiedene Phytokombinationen (pflanzliche Heilmittel) in Fertigarzneien erhältlich, die hustenstillend, beruhigend und abschwellend wirken. Auch Hustentees sind vor allem in Hinblick auf die Flüssigkeitsaufnahme zu empfehlen. Bessert sich die akute Bronchitis auch nach einer Woche nicht, oder wird sie von hohem Fieber, Atemnot, Brustschmerzen, gelblich grünem oder blutigem Auswurf begleitet, sollte man den Arzt aufsuchen. Entsprechendes gilt für Kinder, Senioren oder Menschen die unter Vorerkrankungen leiden.

Helfen Wärmeanwendungen?

Dabei ist es wichtig zwischen den einzelnen Wärmeanwendungen zu unterscheiden. Lokale Wärmeanwendungen (Wickel, Wärmflasche) wirken sich positiv auf den Körper aus. Reizanwendungen (Sauna, Biosauna) sind bei einer akuten Bronchitis unter Umständen jedoch zu belastend. Durchwärmungsanwendungen sind gut verträglich, entspannen, fördern die Durchblutung und unterstützen das Abwehrsystem. Dazu gibt es bereits neue Untersuchungen die aufzeigen, dass regelmäßige Durchwärmungsanwendungen die Defensinkonzentration (unspezifische bakterielle Abwehr) in der Schleimhaut steigern und so sowohl zur Linderung der akuten Bronchitis als auch zur Prävention geeignet sind. Bei Fieber sollte man aber auch Durchwärmungsanwendungen meiden.