Die Borreliose ist im Gegensatz zur FSME (welche eine Viruserkrankung ist) eine bakterielle Infektion die hauptsächlich von Zecken übertragen wird. Es gibt verschiedene Zeckenarten, jede kann mit Borrelien infiziert sein. Eine Übertragung ist in seltenen Fällen auch durch Stechmücken oder Pferdebremsen möglich. Die Borrelien können sich über den Blutkreislauf im gesamten Organismus ausbreiten und in späteren Erkrankungsstadien Organsysteme nachhaltig schädigen.
Vom Zeckenbefall kann jeder betroffen sein, der sich im Freien aufhält. Die Zecken warten gerne im hohen Gras oder in Büschen auf ihre Opfer. In seltenen Fällen klettern sie bis zu 150 cm hoch, „fallen“ aber nicht von Bäumen. Ein Sekundenkontakt reicht der Zecke aus, um sich an Kleidung, Haut oder Haaren festzuklammern.

Prävention

Hohes Gras oder Unterholz sollte man meiden. Insektenabwehrmittel helfen kurzzeitig. Helle, geschlossene Kleidung ist vorteilhaft, sie schützt aber nicht dauerhaft. Die winzig kleinen Zecken krabbeln zu dünnen, warmen und gut durchbluteten Hautstellen.Während die Infektion mit dem FSME-Virus schon durch den ersten Stich erfolgen kann, dauert die Übertragung der Borrelien 12 – 24 Stunden. Die Infektionsgefahr steigt also mit zunehmender Dauer des Saugaktes. Daher gilt: Nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich absuchen, vor allem den Haaransatz, Kopf und Hals, die Arme, die Kniekehlen und den Schritt. Je schneller die Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko.

Beim Entfernen ist allerdings Vorsicht geboten!

Da sich die Borrelien im Darm der Zecke befinden, ist ein Quetschen der Zecke zu vermeiden, da die Bakterien in den Stichkanal injiziert werden. Spezielle Instrumente (Zeckenzange, Zeckenkarte, gebogene Pinzette) können dies verhindern. Die Zecke wird hautnah gefasst und kontrolliert langsam gezogen, eine leichte Drehbewegung ist hilfreich. Es können mehrere Versuche erforderlich sein. Die Stichstelle sollte man desinfizieren. Bleibt etwas in der Haut zurück, handelt es sich nicht um den Kopf, sondern um den Saugapparat. Dies ist unproblematisch, da er von der Haut nach und nach abgestoßen wird.

Hausmittel (wie Öl, Abbrennen etc.) sind eher schädlich, da sie zu einer erhöhten Bakterienfreisetzung führen können. Im Zweifel sollte man die Zecke vom Arzt entfernen lassen.

Symptome und Behandlung

In 50 bis 80% der Fälle, macht sich eine Infektion nach wenigen Tagen bis Wochen durch eine Rötung der Haut rund um die Einstichstelle bemerkbar. Diese sogenannte „Wanderröte“ (Erythema Migrans), wird allgemein als starker Hinweis auf eine erfolgte Infektion gesehen. Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der ggf. eine erforderliche Antibiotika-Therapie einleitet. Dies gilt auch für Schwellungen oder Entzündungen. Es gibt aber viele Infizierte (20-50%), bei denen die Wanderröte gar nicht auftritt. Nach einem Zeckenbiss sollte man daher 1-2 Wochen auf andere Zeichen einer Infektion achten und ggf. einen Arzt aufsuchen.

Weitere Anzeichen für eine Borreliose sind:

  • Leichte grippeartige Beschwerden in den ersten Wochen nach dem Biss (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen)
  • Nackensteifigkeit
  • Schwindel
  • Sehbeschwerden
  • Anschwellen der Lymphknoten

Die frühe Erkennung und Behandlung der Borreliose ist sehr wichtig. Eine völlige Genesung ist mit einfachen Maßnahmen zu erreichen. Bleibt die entscheidende Behandlung im Frühstadium der Borreliose aus, können sich im Spätstadium chronische Erkrankungen des Nervensystems, der Gelenke und selten auch des Herzens entwickeln. Die Spätstadien der Borreliose sprechen deutlich schlechter auf eine Therapie an.

Was kann man selbst tun?

Entscheidend sind die Wahl des richtigen Antibiotikums und die Dauer der Behandlung (4 Wochen). Um die Darmflora in dieser Zeit zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sprechen Sie Ihren Arzt oder Apotheker darauf an.Die Wanderröte entsteht  im Bereich der Bissstelle und kann recht viele Formen haben. Das Bild zeigt das klassische Erythema anulare.

Erythema anulare


Wärmeanwendungen

Grundsätzlich sollte man im Stadium einer akuten Infektion auf Wärmeanwendungen jeglicher Art verzichten. In Kombination mit einer Antibiotika Therapie kann aber die Durchwärmungsanwendung durchaus Sinn machen.

Borrelien neigen dazu, sich im Gewebe „zu verstecken“, was vor allem in späteren Stadien eine Therapie erschwert. Durchwärmungsanwendungen steigern die Durchblutung, die Durchsaftung (Perfusion) des Gewebes und erhöhen den Stoffwechsel. Diese Effekte können die Antibiotika-Therapie unterstützen. In jedem Fall sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.