Blasenentzündung

Die Harnblase nimmt den Urin aus den Nieren auf und kann ein Volumen von 1 - 1,5 Liter "zwischenspeichern". Sie verfügt über eine spezielle Auskleidung (Urothel), die diese starke Dehnung erlaubt. Üblicherweise entsteht bereits bei einer halb gefüllten Blase der Harndrang.

Die häufigste Ursache einer Blasenentzündung (Zystitis) ist die bakterielle Infektion. Meist sind es normale Darmkeine (z.B. E. Coli), die über die Harnröhre in die Blase vordringen. In selteneren Fällen können aber auch andere Bakterien, Viren oder Pilze die Entzündung hervorrufen. In seltenen Fällen - vor allem bei viralen Auslösern - kann es zu einer hämorrhagischen Zystitis mit größeren Blutbeimengungen im Urin kommen.

Daneben treten Blasenentzündungen auf, die keine infektiöse Ursache haben (interstitielle Zytstis). Diese entstehen oft in Folge von Stoffwechselerkrankungen (wie z.B. Diabetes), Medikamentennebenwirkungen oder auch nach einer Strahlentherapie im Beckenbereich.

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko einer Entzündung. An erster Stelle stehen mechanische Manipulationen (z.B. Geschlechtsverkehr, bestimmte Verhütungsmethoden), Blasenkatheter, Blasenspiegelung und Spülungen, die Verletzungen der Schleimhaut hervorrufen und/oder den Keimeintrag begünstigen. Ein Harnstau durch eine vergrößerte Prostata, eine Harnröhrenverengung oder neuronale Störungen der Blasenfunktion stellen weitere Risikofaktoren dar. Ferner sind hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Menopause) sowie Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes) zu berücksichtigen, die zu Schleimhautveränderungen und / oder Störungen des lokalen Immunsystems beitragen. Die lokale Abwehr kann zudem durch Unterkühlungen beeinträchtigt werden.

Eine nasse Badebekleidung, kalte Füße oder schon das Sitzen auf kalten Oberflächen können ausreichen. Denn die Abwehrmechanismen reagieren weniger effizient, wenn Gewebe (vor allem die Schleimhaut) unterkühlt ist.

Zahlreiche Faktoren können also eine Blasenentzündung auslösen, begünstigen oder zu weiteren Komplikationen, wie z.B. einer aufsteigenden Infektion der Nierenbecken (Pyelonephritis) führen. Daher sollte eine Blasenentzündung zunächst ärztlich abgeklärt werden. Der Arzt entscheidet ob eine "unkomplizierte" oder eine "komplizierte" Zystitis vorliegt und leitet die entsprechende Therapie ein.

Symptome

Durch die Entzündung wird das Urothel der Blase gereizt und/oder geschädigt. Die Blasenwand reagiert sensibler auf Dehnungsreize, so dass es zu häufigen Harndrang (Pollakisurie) kommt. Die Schädigung der Blasenwand kann zu Blutbeimengungen im Urin führen. Oft treten Schmerzen auf, die bis in den Unterbauch ausstrahlen können.

Da in der Regel auch die Harnröhre entzündet ist, ist ein weiteres Symptom der brennende Schmerz beim Wasserlassen - man spricht dann allgemein von einem Harnwegsinfekt (HWI).

Fieber, Schmerzen in der Nierengegend und allgemeines Krankheitsgefühl sind in der Regel keine Zeichen einer "unkomplizierten" Blasenentzündung. Treten diese Symptome auf, kann dies auf ernsthafte Komplikationen (z.B. Nierenbeckenentzündung) hindeuten.

Wer ist betroffen?

Von unkomplizierten Blasenentzündungen sind fast überwiegend Frauen betroffen. Da die Harnröhre der Frau mit drei bis vier cm wesentlich kürzer ist als beim Mann mit 20 cm, können Keime leichter in die Blase hochwandern. Zudem ist der Abstand zwischen Harnröhrenöffnung und Analregion geringer. Nach den Wechseljahren führt die Hormonumstellung zu Veränderungen der Schleimhaut, wodurch diese anfälliger für Infektionen wird. Statistiken zufolge, hat fast jede Frau mindestens einmal in ihrem Leben eine Blasenentzündung.

Bei Männern ist die Blasenentzündung deutlich seltener. Im Alter steigt aber auch hier das Risiko, vor allem wenn es durch eine Prostatavergrößerung zu Restharnbildungen kommt.

Blasenentzündungen können auch bei Kindern des Öfteren auftreten. Mögliche Fehlbildungen im Urogenitaltrakt sollten - vor allem bei Jungen - abgeklärt werden.

Therapie

Können komplizierende Faktoren z.B. bei jungen Frauen ausgeschlossen werden, kann die Diagnose allein aufgrund der Symptome gestellt werden. In Abhängigkeit von der Schwere der Symptome wird der Arzt eine naturheilkundliche und/oder antibiotikabasierte Therapie einleiten.

Der Harnwegsinfekt heilt in der Regel nach wenigen Tagen aus. Besonders bei Frauen kann es in regelmäßigen Abständen immer wieder zu einer Zystitis kommen.

In allen anderen Fällen ist eine weiterführende Anamnese und gegebenenfalls eine schrittweise Erweiterung der Diagnostik erforderlich. Diese schließt Urindiagnostik, Ultraschall, Kernspintomographie und Blasenspiegelung mit ein.

Werden Bakterien im Urin festgestellt ohne dass der Patient an Symptomen leidet (asymptomatische Bakteriurie), kann eventuell auf eine Antibiotikatherapie verzichtet werden. Ausgenommen sind schwangere Frauen, da eine asymptomatische Bakteriurie bei 30 % der Betroffenen zu einer Pyelonephritis führt.

Komplizierte Blasenentzündungen erfordern eine differenzierte Therapie durch den behandelnden Arzt und können deutlich hartnäckiger sein. Je nach Situation können zum Beispiel Antihistaminika und Psychopharmaka Linderung verschaffen, Harnabflusshindernisse müssen behandelt werden.

Alternativen

Leichte, unkomplizierte Blasenentzündungen können möglicherweise ausschließlich naturheilkundlich behandelt werden. Werden die Symptome nicht schnell besser, sollte man jedoch den Arzt aufsuchen.

Wichtig ist viel zu Trinken, auch spezielle Teezubereitungen (Nierentees). Hilfreich sind Heilpflanzen wie Cranberry-Dragees, Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Schachtelhalm und Weihrauch sowie Vitamin-und Mineralkombinationen. Ferner sind Wärmeanwendungen anzuraten.

Vermeiden sollte man alles, was die Blase zusätzlich reizt, u.a. auch. Kälte, Alkohol, Zigaretten, scharfe Gewürze und stark gesüßte Getränke.

Prävention

Auch im Sinne der Prävention ist Flüssigkeitszufuhr wichtig. Trinkt man viel, wird der Urin verdünnt und die Harnwege werden durchgespült. Den Keimen fällt es dann wesentlich schwerer sich festzusetzen. 1,5 - 2 Liter Wasser sollte man täglich zu sich nehmen.

Weiters sollte man einem Harndrang nachgeben und sich (z.B. Männer mit Prostatavergrößerung) Zeit nehmen, die Blase möglichst vollständig zu entleeren.

Eine Ansäuerung des Harns z.B. über eine proteinreiche Ernährung (z.B. Eiweißbausteine Aminosäuren) kann zudem eine sinnvolle Unterstützung sein. Eine ausschließlich pflanzliche Ernährung führt dagegen zu einem basischen Harn, was das Bakterienwachstum begünstigen kann.

Eine große Bedeutung kommt der Hygiene zu. So kann schon eine falsche Wischtechnik - von "hinten nach vorne" - das Vordingen der Keime erleichtern.

Zahllose Bakterien auf Haut und Schleimhäuten sind für die Gesundheit unabdingbar. Diese harmlosen Bewohner sorgen dafür, dass sich Krankheitserreger gar nicht erst verbreiten können. Es kann daher Sinn machen - z.B. nach Entzündungen oder einer Antibiotikatherapie - die natürlicher Haut- und Schleimhautflora zu unterstützen. Dazu stehen verschiedene Präparate zur Verfügung. Speziell für Frauen werden Vaginalzäpfchen angeboten.

Wie Infrarot-Durchwärmungsanwendungen helfen können

Durchwärmungsanwendungen können ein wesentlicher Baustein sein, denn die Wärme entspannt und lindert Schmerzen. Die verbesserte Durchblutung erhöht zudem die Abwehrleistung der Blasenschleimhaut.

Nach der Durchwärmungsanwendung muss man darauf achten, Füße und Kopf warm einzupacken. Nach einer kurzen Ruhephase sollte man warm duschen und je nachdem auf eine warme Bettdecke oder warme Kleidung achten.

Ein Tipp für Physiotherm Kunden:
Die Kabine sollte in den oberen Bereich der Thermoneutralzone vorgeheizt werden. Verwenden Sie die Kabine 2 x täglich mit dem Programm "Durchwärmung". 

Falls die Kabine keine Sitzheizung hat, sollte man sich (um zwischen Blase und Sitzbank anfangs keinen Temperaturgradienten aufzubauen) eine zu ¼ mit 40 °C warmem Wasser gefüllte Wärmflasche in den Schritt legen.