Die Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, die zu einem verstärkten Abbau der Knochenmasse führt. Die daraus resultierende Abnahme der Knochenfestigkeit trägt dazu bei, dass der Knochen besonders im Bereich der Wirbelkörper anfälliger für Brüche wird. Selbst ein, für gesunde Menschen harmloser Sturz, kann schon zu einer Fraktur führen.

Der Knochen besteht aus einer Gerüststruktur (der Matrix) und darin eingelagerten Mineralien, vor allem Calcium und Phosphat. Um sich wechselnden Anforderungen anpassen zu können unterliegt der Knochen ständigen Auf- und Umbauprozessen. In den ersten drei Lebensjahrzenten nimmt die Knochenmasse zu und erreicht ihren Höhepunkt. In den weiteren Lebensjahren überwiegt zunehmend der Abbau.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) unterscheidet 4 Stadien der Osteoporose auf Basis der Knochendichte. Die Beurteilung der Knochendichte (Mineralgehalt) mit Hilfe einer speziellen Röntgendiagnostik orientiert sich am Mittelwert (T-Wert) gesunder Menschen. Wird dieser Wert um 1 - 2,5 Einheiten unterschritten, spricht man von einer Osteopenie (Grad 0). Eine Osteoporose Grad 1 liegt vor, wenn der Mineralgehalt um mehr als 2,5 Einheiten vermindert ist. Traten zusätzlich bereits Wirbelkörperfrakturen auf, liegt eine manifeste Osteoporose Grad 2 vor. Liegen mehrere Frakturen vor, handelt es sich um eine fortgeschrittene Osteoporose Grad 3. In den westlichen Industrienationen wird die Zahl der Betroffenen auf 9% der Bevölkerung geschätzt. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer.

Ursachen

Hinsichtlich der Ursachen ist zunächst die primäre, von der seltenen, sekundären Osteoporose zu unterscheiden. Die sekundäre Osteoporose ist eine Folge anderer Erkrankungen oder auch Folge von Medikationen. Im Rahmen der Diagnose wird der Arzt mögliche sekundäre Ursachen abklären und entsprechend behandeln. Falls bestimmte Medikamente die Osteoporose ausgelöst haben, kann gegebenenfalls auf andere Präparate umgestellt werden.

Im Gegensatz dazu tritt die primäre Osteoporose in der Regel im höheren Alter auf, da die für den Knochenauf- und umbau wichtigen Hormone durch Östrogen bzw. Testosteron gesteuert werden. Nach den Wechseljahren wird bei der Frau die Östrogenproduktion fast vollständig eingestellt, was in den meisten Fällen dann auch die Ursache für den Knochenschwund ist. Männer sind seltener von der Erkrankung betroffen, da die Testosteronproduktion langsam abnimmt.

Eine Sonderform ist die transiente Osteoporose (Knochenmarksödem), die sich durch einen plötzlich auftretenden, zeitlich begrenzten Schmerz bemerkbar macht. Meist ist der Hüftknochen betroffen. Die vermutliche Ursache ist eine Durchblutungsstörung. Das Knochenmarksödem tritt meist bei Männern mittleren Alters auf. Die Diagnose erfolgt mittels MRT (Magnetresonanztomographie). Therapeutisch sind eine vollständige Entlastung sowie die Gabe von Schmerzmitteln meist ausreichend. Das Knochenmarksödem heilt in der Regel nach vier bis sechs Wochen ohne Folgen aus.

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren, die die Entstehung einer Osteoporose begünstigen, zählen falsche Ernährung, ein Mangel an Kalzium und Vitamin D, erhöhter Phosphatanteil, einseitige Diäten, hoher Kaffeegenuss, Missbrauch von Abführmitteln und Bewegungsmangel. Ferner gelten übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss als Risikofaktoren. Möglicherweise können auch genetische Faktoren eine Rolle spielen, da die Erkrankung familiär gehäuft vorkommt.

Symptome

Die Osteoporose ist in der Regel eine Erkrankung des älteren Menschen. Sie entwickelt sich langsam, so dass zunächst kaum Beschwerden auftreten. Mit Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu teilweise diffusen Schmerzen im Bewegungsapparat (z.B. Rücken, Knie, Fußgelenk) die häufig nicht als Symptome einer Osteoporose erkannt werden. Treten Brüche schon bei kleinen Verletzungen oder sogar ohne erkennbaren Grund auf, muss man - unabhängig vom Alter - ebenfalls an eine Osteoporose denken.